Am Sonntag, den 17. Mai 2026 stand ein Besuch der Ausstellung „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet“ im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne auf dem Programm.
Herr Reichelt, unser sachkundiger Begleiter, erklärte zunächst die Fragestellung der Ausstellung: „Welche Rituale bestimmen das gemeinsame Mahl?“ und „Was verrät eine gemeinsame Mahlzeit über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?“
Dazu hielt das Museum zahlreiche beredte Ausstellungsstücke bereit, vom römischen Speisesofa und fürstlichem Tafelsilber über Maggi-Eier-Ravioli bis zum Plastikgeschirr als Picknick-Kugel von IKEA.
Sie alle ebenso wie die damit verbundenen Rituale stehen für gesellschaftliches Selbstverständnis und Trends, für Hierarchien und Machtverhältnisse.
Hier zwei Beispiele:
Zum einen der „Krater“, ein Gefäß zum Mischen von Wein und Wasser und zentrales Objekt im antiken Griechenland bei den Symposien, ausgedehnten ritualisierten Trinkgelagen mit hauptsächlich gruppendynamischer Funktion. Nebenbei wurde philosophiert.
Zum anderen das kurfürstliche Tafelsilber aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Es steht für eine Mahlzeit als politische und soziale Inszenierung, für eine Demonstration von Macht und Reichtum an fürstlichen und königlichen Höfen, gerade auch im Frankreich Ludwigs XIV.
Typisch hierfür sind z.B. silberne Warmhalteglocken, die heute noch beim Servieren in Restaurants kulinarische Spitzenqualität signalisieren sollen. Sie lösten die bis dahin übliche Präsentation auch der warmen Speisen in offenen Gefäßen ab.
Im anschließenden Besuch des Restaurants „Elsässer Stube“ ging es von der Theorie zur Praxis des Festmahls in geselliger Runde.