Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) Recklinghausen e.V.

März 2026
„Das Camembert – Diagramm“ – Lesung und Gespräch mit Nadia Pantel

Foto: DFG Petra Thomas

„Kaum ein anderes Land zieht uns so sehr an wie Frankreich – aber wie genau kennen wir unseren wichtigsten Nachbarn eigentlich?“ In der berechtigten Erwartung eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, kamen rund 60 Interessierte am Mittwoch, den 19. März in die VHS Recklinghausen.

Ansgar Kortenjann als Leiter der VHS Recklinghausen und Thomas Gepp als Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Recklinghausen, die in bewährter Kooperation diese Veranstaltung auf den Weg gebracht hatten, eröffneten den Abend.

In ihrem Buch „Das Camembert-Diagramm“ wirft Nadia Pantel „… einen ganz neuen Blick auf Leben, Kultur und Gesellschaft (Frankreichs) und zwar anhand des populärsten französischen Exportguts, des Essens. Sie führt uns in vertraute und unbekannte Gegenden und zeigt mit wunderbarem Charme und Witz, wie eng in Frankreich Essen mit Politik, Gesellschaft und Geschichte verbunden ist.“ – so stimmt der Rowohlt Verlag seine Leserinnen und Leser im Klappentext auf die Lektüre des Buches ein.

Durchaus zu Recht: Fau Pantel stellte – im Gespräch mit Thomas Gepp – Passagen aus den Kapiteln „Austern als Volksluxus“, „Steak-Frites und Nationalismus“ und „Das Ramadan – Ostern – Pessach – Regal und der Terror“ vor. Für viele der anwesenden Zuhörer*innen eröffnete sie damit einen neuen Blick, z.B. auf den Genuss von Austern als einem Luxus für jedermann, dem „Populuxe“, der allen mit großer Selbstverständlichkeit zugestanden wird.

Im Kapitel „Das Ramadan – Ostern – Pessach – Regal und der Terror“ werden zwei grundverschiedene Erfahrungen der Autorin zusammengebracht und reflektiert: Zunächst schildert Frau Pantel eine Alltagssituation: Ein kleiner Supermarkt bietet passend zu den entsprechenden Festtagen im gleichen Regal die jeweils für Juden, Muslime und Christen wichtigen Nahrungsmitttel an – ein Beispiel für gelebte religiöse Toleranz in Frankreich.

Als Gerichtsreporterin im 140 Verhandlungstage dauernden Bataclan-Prozess – hier wird über den religiös motivierten Terroranschlag von 2015 verhandelt – berichtet sie über die Schilderungen der Opfer und deren Angehörigen, denen hier eine große Öffentlichkeit gegeben wird, ein Umstand, der in Deutschland so nicht wahrgenommen wurde.

Die Zahl der Besucher, die lebhaften Gespräche nach der Lesung und nicht zuletzt der Andrang zur Signierung des Buches stehen für das rege Interesse und die positive Aufnahme des Buches von Frau Pantel zu aktuellen Themen in Frankreich und deren gekonnte Verknüpfung mit der Kulinarik des Landes.

 

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